Wegen hoher Inflation: EZB hebt die Zinsen um einen Viertelprozentpunkt an

Die Europäische Zentralbank stemmt sich weiter gegen den anhaltenden Preisdruck im Euroraum und dreht erneut an der Zinsschraube. Auf ihrer jüngsten Zinssitzung in Frankfurt beschlossen die Währungshüter, die Leitzinsen um 0,25 Prozentpunkte anzuheben. Damit signalisiert die Notenbank unmissverständlich, dass der Kampf gegen die Teuerung noch nicht ausgestanden ist, auch wenn die Teuerungsrate zuletzt mancherorts leichte Ermüdungserscheinungen zeigte.
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Für EZB-Präsidentin Christine Lagarde und ihr Direktorium bleibt dieser Schritt allerdings eine riskante Gratwanderung. Höhere Zinsen verteuern Kredite für Unternehmen und Verbraucher, dämpfen die Nachfrage und nehmen so den Druck von den Preisen - das ist die Lehrbuchtheorie. Doch in der Praxis trifft die restriktivere Geldpolitik auf eine ohnehin lahme Konjunktur in Kernländern wie Deutschland. Mit jedem weiteren Zinsschritt wächst in der europäischen Wirtschaft die Sorge vor einer handfesten Rezession, während gleichzeitig Staaten und hochverschuldete Konzerne spürbar tiefer in die Tasche greifen müssen, um sich an den Anleihemärkten frisch zu finanzieren.

 

Im Alltag der Bürger hinterlässt die Entscheidung derweil ein geteiltes Bild. Während Sparer darauf hoffen dürfen, dass die Renditen auf Tages- und Festgeldkonten weiter stabil bleiben oder moderat steigen, verschärft sich die Lage für Kreditnehmer. Vor allem am Immobilienmarkt dürften die Hürden für Familien und Bauherren noch einmal höher werden: Günstige Finanzierungen sind längst passé, und mit dem neuerlichen Zinssignal dürften die Zinsen für Baugeld auf absehbare Zeit spürbar teuer bleiben.

 

Quelle: u.a. EZB.de, Biallo.de, Handelsblatt.de, FAZ.de

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