Der erste eigene Haushalt ist aufregend: Vielleicht ziehen Sie für das Studium in eine neue Stadt, beginnen eine Ausbildung oder möchten einfach in die eigenen vier Wände. Neben der Vorfreude tauchen aber oft viele Fragen und Unsicherheiten auf – vor allem rund ums Geld.
Von der Miete über Strom und Internet bis hin zu Versicherungen und Rücklagen: Mit welchen Kosten können Sie rechnen? In diesem Guide erhalten Sie einen Überblick über die wichtigsten Ausgaben und erfahren, worauf Sie bei Ihrem Budget achten sollten.
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Was kostet die erste eigene Wohnung?
Die Miete ist für die meisten Menschen der größte monatliche Kostenpunkt, wenn sie zum ersten Mal allein wohnen. Wie hoch sie ausfällt, hängt vor allem davon ab, wo und wie Sie wohnen möchten. Zwischen einem WG-Zimmer in einer kleineren Stadt und einer eigenen Wohnung in einer Großstadt können mehrere hundert Euro Unterschied liegen.
WG-Zimmer: Oft die günstigere Wahl
Gerade zu Beginn eines Studiums oder einer Ausbildung entscheiden sich viele für ein WG-Zimmer. Das spart nicht nur Mietkosten, sondern häufig auch Ausgaben für Strom, Internet oder andere Nebenkosten, die innerhalb der WG geteilt werden. Der durchschnittliche Mietpreis in Deutschland für ein WG-Zimmer lag im Sommersemester 2026 bei 512 Euro pro Monat.
Eigene Wohnung: Die Mietkosten im Vergleich
Wer allein wohnen möchte, muss je nach Region mit sehr unterschiedlichen Mietkosten rechnen. Die folgende Übersicht zeigt durchschnittliche Angebotsmieten (Nettokaltmiete) im zweiten Quartal 2026:
Region
Nettokaltmiete
Deutschland
9,23 €/m²
München
20,28 €/m²
Berlin
13,07 €/m²
Köln
12,72 €/m²
Die Miete bildet die Grundlage für Ihr monatliches Budget, ist aber nur ein Teil der laufenden Kosten. Prüfen Sie deshalb vor Vertragsabschluss genau, welche Nebenkosten bereits enthalten sind und welche Verträge Sie zusätzlich abschließen müssen. So vermeiden Sie böse Überraschungen und können Ihre Ausgaben von Anfang an realistischer planen.
Welche laufenden Verträge und Fixkosten kommen dazu?
Mit der ersten eigenen Wohnung kommen nicht nur Mietkosten auf Sie zu. Je nach Mietvertrag müssen Sie sich auch selbst um verschiedene Verträge kümmern. Deshalb lohnt sich vor dem Einzug ein genauer Blick darauf, welche Kosten bereits in der Miete enthalten sind und welche Sie zusätzlich einplanen müssen.
Dazu gehören unter anderem:
Strom: In vielen Mietwohnungen müssen Sie selbst einen Stromvertrag abschließen. Die monatlichen Abschläge richten sich nach Ihrem geschätzten Verbrauch. Für einen Ein-Personen-Haushalt können Sie – je nach Wohnungsgröße und Strompreis – mit etwa 30 bis 60 Euro pro Monat rechnen.
Gas: Wird die Wohnung über eine eigene Gastherme beheizt oder erfolgt die Warmwasserbereitung über Gas, benötigen Sie häufig zusätzlich einen Gasvertrag. In vielen Mehrfamilienhäusern sind die Heizkosten jedoch bereits über die Nebenkosten geregelt.
Internet: Je nach Anbieter und Geschwindigkeit liegen die Kosten für einen Internetanschluss meist zwischen 25 und 45 Euro pro Monat.
Rundfunkbeitrag: Pro Wohnung fällt außerdem der gesetzliche Rundfunkbeitrag an. Dieser beträgt derzeit 18,36 Euro pro Monat und wird unabhängig davon erhoben, wie viele Personen in der Wohnung leben. In einer WG kann der Beitrag daher untereinander aufgeteilt werden.
Gerade beim ersten eigenen Haushalt ist es oft schwierig, den eigenen Strom- oder Gasverbrauch realistisch einzuschätzen. Es kann deshalb sinnvoll sein, anfangs einen kleinen finanziellen Puffer einzuplanen. So lassen sich mögliche Nachzahlungen am Jahresende leichter auffangen, bis Sie Ihren tatsächlichen Verbrauch besser kennen.
Mit diesen Lebenshaltungskosten sollten Sie rechnen
Neben Miete und laufenden Verträgen fallen jeden Monat weitere Ausgaben an, die Sie in Ihrem Budget berücksichtigen sollten. Wie hoch diese ausfallen, hängt natürlich von Ihrem Lebensstil ab. Wer häufig selbst kocht, spart oft Geld im Vergleich zu regelmäßigem Essen außer Haus. Auch Drogerieartikel oder Haushaltsprodukte werden in der Budgetplanung schnell unterschätzt.
Als Orientierung können Sie für einen Ein-Personen-Haushalt mit folgenden monatlichen Kosten rechnen:
Kostenpunkt
Kosten pro Monat
Lebensmittel
ca. 200–300 €
Drogerieartikel
ca. 20-40 €
Haushaltsartikel (z. B. Putzmittel, Küchenrolle)
ca. 10-20 €
Gerade in den ersten Monaten lohnt es sich, die eigenen Ausgaben im Blick zu behalten. So bekommen Sie schnell ein Gefühl dafür, wie viel Sie tatsächlich für Ihren Alltag benötigen und an welchen Stellen sich vielleicht noch Einsparpotenzial ergibt. Ein Haushaltsbuch kann dabei helfen, den Überblick zu behalten.
Rücklagen: Planen Sie auch für Unerwartetes
Beim Erstellen des ersten Budgets denken viele zunächst an die regelmäßigen Ausgaben wie Miete, Strom oder Lebensmittel. Doch auch unerwartete Kosten gehören zum Alltag und kommen oft genau dann, wenn man sie am wenigsten gebrauchen kann. Geht die Waschmaschine kaputt, muss das Fahrrad repariert werden oder steht plötzlich eine größere Anschaffung an, können schnell mehrere hundert Euro zusammenkommen. Versuchen Sie deshalb, jeden Monat einen festen Betrag als Rücklage einzuplanen. Wie hoch dieser ausfällt, hängt natürlich von Ihrem Budget ab. Schon 25 bis 50 Euro im Monat können langfristig dabei helfen, ein finanzielles Polster aufzubauen. Steigt später das Einkommen, lässt sich auch die monatliche Sparrate Schritt für Schritt erhöhen.
Welche Versicherungen sind wichtig?
Mit der ersten eigenen Wohnung stellt sich oft auch die Frage nach den passenden Versicherungen. Während einige verpflichtend sind, schützen andere Sie vor hohen finanziellen Belastungen im Alltag. Welche Versicherungen sinnvoll sind, hängt dabei immer von Ihrer persönlichen Situation ab.
Krankenversicherung: In Deutschland besteht eine Krankenversicherungspflicht. Studierende sind häufig bis zum 25. Lebensjahr über ihre Eltern familienversichert, sofern die Voraussetzungen erfüllt sind. Danach oder bei bestimmten Beschäftigungsverhältnissen ist in der Regel eine eigene Krankenversicherung erforderlich.
Private Haftpflichtversicherung: Die private Haftpflichtversicherung gehört zu den wichtigsten freiwilligen Versicherungen. Sie springt ein, wenn Sie einer anderen Person versehentlich einen Schaden zufügen – beispielsweise, wenn Sie das Smartphone eines Freundes fallen lassen oder in Ihrer Mietwohnung einen Wasserschaden verursachen. Unter bestimmten Voraussetzungen sind Studierende oder Auszubildende noch über die Familienhaftpflicht der Eltern mitversichert. Ob das auf Sie zutrifft, sollten Sie vor dem Auszug prüfen.
Hausratversicherung: Eine Hausratversicherung ersetzt Schäden an Ihrem Eigentum, beispielsweise nach einem Einbruch, Brand oder Leitungswasserschaden. Wer zunächst in einer möblierten WG wohnt oder nur wenige eigene Wertgegenstände besitzt, kann häufig zunächst darauf verzichten. Mit einer eigenen Wohnung und steigender Einrichtung kann sie jedoch sinnvoll werden.
Vergessen Sie Ihre Freizeit nicht
Miete, Strom und Versicherungen gehören zu den festen Ausgaben, doch auch die schönen Dinge im Leben sollten in Ihrem Budget einen Platz finden. Schließlich soll finanzielle Selbstständigkeit nicht bedeuten, dass Sie auf alles verzichten müssen.
Planen Sie deshalb von Anfang an auch Geld für regelmäßige Ausgaben wie Freizeitaktivitäten ein. Dazu gehören beispielsweise:
Restaurant- oder Cafébesuche
Kino, Konzerte oder Museen
Streamingdienste oder Mitgliedschaften, zum Beispiel im Fitnessstudio
Wie viel Sie dafür ausgeben, ist ganz individuell. Wichtig ist vor allem, dass Sie diese Kosten bewusst in Ihr monatliches Budget aufnehmen. So behalten Sie den Überblick über Ihre Finanzen und müssen kein schlechtes Gewissen haben, wenn Sie sich zwischendurch auch einmal etwas gönnen.
Starten Sie finanziell gut vorbereitet
Der Start in ein selbstständiges Leben bringt viele neue Aufgaben mit sich – vom ersten Mietvertrag über laufende Verträge bis hin zu Versicherungen und dem eigenen Haushaltsbudget. Auch wenn die vielen neuen Kosten zunächst überwältigend wirken können, hilft eine gute Planung dabei, den Überblick zu behalten.
Nehmen Sie sich Zeit, Ihr persönliches Budget zu erstellen, planen Sie neben den Fixkosten auch Rücklagen ein und vergessen Sie nicht, Geld für Freizeit einzuplanen. So schaffen Sie eine gute Grundlage für Ihren Start ins Erwachsenenleben und können Ihren neuen Lebensabschnitt finanziell entspannter genießen.
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