Wie gerecht ist die neue Pendlerpauschale?
Wie gerecht ist die neue Pendlerpauschale?
Seit dem 1. Januar 2026 können Pendlerinnen und Pendler ihren Arbeitsweg ab dem ersten Kilometer mit 38 Cent pro Kilometer steuerlich geltend machen. Zuvor galten für die ersten 20 Kilometer nur 30 Cent. Die Regelung gilt unabhängig vom Verkehrsmittel – also auch für Auto, Bahn, Fahrrad oder Fußweg – und soll vor allem Menschen im ländlichen Raum entlasten, die häufig auf das Auto angewiesen sind. Laut Bundesregierung schafft die Reform mehr „Gerechtigkeit zwischen Stadt und Land“ und bringt je nach Entfernung mehrere Hundert Euro zusätzliche Werbungskosten pro Jahr.
Kritik kommt jedoch aus der Wissenschaft. Ökonomen weisen darauf hin, dass die Pendlerpauschale vor allem Besserverdienende entlastet, da die tatsächliche Steuerersparnis vom persönlichen Steuersatz abhängt. Wer wenig verdient oder den Werbungskostenpauschbetrag nicht überschreitet, profitiert kaum oder gar nicht. Zudem sei unklar, ob die Maßnahme einen spürbaren wirtschaftlichen Effekt habe. Auch verkehrs- und klimapolitisch steht die Pauschale in der Kritik: Mobilitätsforscher sehen sie als Anreiz für lange Autofahrten, während gleichzeitig der öffentliche Nahverkehr teurer werde. Stattdessen fordern sie bessere ÖPNV-Angebote im ländlichen Raum sowie mehr Homeoffice-Möglichkeiten.
Unterm Strich entlastet die neue Pendlerpauschale viele Berufspendler spürbar, verstärkt aber soziale Ungleichheiten und setzt aus Sicht von Experten die falschen Anreize für Verkehr und Umwelt.
Quelle: Tagesschau.de
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