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Kartenzahlung auf Rekordniveau: Bargeld verliert im deutschen Handel weiter an Bedeutung

05. Mai 2026
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3 min Lesedauer
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Kartenzahlungen setzen sich im deutschen Einzelhandel weiter durch: Kundinnen und Kunden zahlen immer häufiger kontaktlos mit Karte, Smartphone oder Smartwatch. Grundlage sind aktuelle Zahlen aus einer Studie des Handelsforschungsinstituts EHI Retail, über die der WDR berichtet und die heute in Bonn vorgestellt wurde.
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Digitale Zahlungen bestimmen den Kassenalltag

Ob Supermarkt, Bäckerei oder Modegeschäft: Kartenzahlungen sind in Deutschland so verbreitet wie nie zuvor. Im stationären Einzelhandel werden inzwischen deutlich mehr Umsätze unbar als bar abgewickelt. Besonders kontaktlose Zahlverfahren haben sich fest im Alltag etabliert – auch bei kleineren Beträgen. Selbst der morgendliche Kaffee oder das Brötchen werden zunehmend mit Karte bezahlt. 


Diese Entwicklung ist kein kurzfristiger Effekt, sondern Teil eines langfristigen Trends. Schon seit Jahren nimmt der Anteil der Barzahlungen kontinuierlich ab, während Debitkarten – allen voran die Girocard – sowie mobile Wallets an Bedeutung gewinnen. Experten sprechen inzwischen von einem strukturellen Wandel im Zahlungsverhalten.

 

Rekordzahlen bei Kartentransaktionen

Laut aktuellen Erhebungen wurden allein im Jahr 2024 fast acht Milliarden Zahlungen mit der Girocard durchgeführt – ein historischer Höchststand. Für 2025 deutet alles darauf hin, dass diese Marke erneut übertroffen wird. Auffällig ist dabei nicht nur die Menge der Transaktionen, sondern auch ihr Charakter: Kartenzahlungen werden immer selbstverständlicher für Kleinstbeträge unter zehn Euro eingesetzt.


Parallel dazu sinkt der durchschnittliche Zahlbetrag pro Kartentransaktion. Das zeigt, wie tief digitale Bezahlverfahren inzwischen im Alltag verankert sind. Nahezu alle Kassenterminals im deutschen Einzelhandel unterstützen heute kontaktloses Bezahlen.
 

Bargeld bleibt – verliert aber an Boden

Trotz dieser Entwicklung ist Bargeld keineswegs verschwunden. Nach wie vor wird ein erheblicher Teil der Einkäufe bar bezahlt, insbesondere bei älteren Menschen oder in bestimmten Alltagssituationen. Dennoch verliert Bargeld stetig Marktanteile: Der Anteil der Barzahlungen an der Ladenkasse ist in den vergangenen Jahren deutlich gesunken.


Interessant ist dabei ein scheinbarer Widerspruch: Obwohl im Alltag weniger bar gezahlt wird, steigt die im Umlauf befindliche Bargeldmenge weiter an. Fachleute erklären dieses sogenannte „Banknoten‑Paradoxon“ damit, dass Bargeld zunehmend gehortet wird – etwa als Wertaufbewahrungsmittel oder Notreserve – statt ausgegeben zu werden.

 

Pandemie als Beschleuniger des Wandels

Einen deutlichen Schub erhielt die Entwicklung während der Corona-Pandemie. Hygienebedenken, geschlossene Geschäfte und der Boom des Onlinehandels führten dazu, dass viele Menschen erstmals regelmäßig bargeldlos bezahlten. Diese neuen Gewohnheiten haben sich weitgehend verfestigt.
Nach Einschätzung der Deutschen Bundesbank hat insbesondere das kontaktlose Bezahlen dazu beigetragen, Kartenzahlungen als schnell, bequem und alltagstauglich zu etablieren. Inzwischen verfügen nahezu alle Erwachsenen in Deutschland über mindestens eine Debitkarte.

 

Akzeptanz im Handel wächst weiter

Auch auf Händlerseite hat sich viel getan. Kartenzahlungen werden heute deutlich häufiger akzeptiert als noch vor einigen Jahren – insbesondere bei größeren Einzelhandelsunternehmen. Die Girocard gilt dabei als kostengünstiges und verbreitetes Zahlungsmittel, während Kreditkarten und internationale Systeme langsamer an Boden gewinnen.


Dennoch gibt es weiterhin Unterschiede: Vor allem kleinere Betriebe und Dienstleister bieten nicht immer bargeldlose Optionen an. Studien zeigen jedoch, dass viele Verbraucherinnen und Verbraucher eine größere Auswahl an Zahlungsmitteln ausdrücklich begrüßen.

 

Gesellschaftliche Debatte um Bargeld

Der Bedeutungswandel des Bargelds wird in Deutschland intensiv diskutiert. Für viele Menschen steht Bargeld für Datenschutz, Kontrolle über die eigenen Ausgaben und technische Unabhängigkeit. Entsprechend hält eine deutliche Mehrheit Bargeld weiterhin für gesellschaftlich wichtig – auch wenn sie selbst häufiger unbar bezahlt.


Gleichzeitig sehen Kritiker im Rückgang der Bargeldnutzung Vorteile wie schnellere Bezahlvorgänge, geringere Kosten im Handel und mehr Transparenz. Die Bundesbank betont daher die Bedeutung von Wahlfreiheit: Verbraucherinnen und Verbraucher sollen künftig sowohl bar als auch bargeldlos zahlen können.

 

Ausblick: Bargeld verschwindet nicht – aber tritt zurück

Alles deutet darauf hin, dass der Trend zur Kartenzahlung weiter anhält. Mobile Bezahlverfahren, digitale Wallets und neue europäische Zahlungslösungen gewinnen an Bedeutung. Bargeld wird zwar nicht kurzfristig abgeschafft, spielt im täglichen Zahlungsverkehr jedoch eine zunehmend kleinere Rolle.


Für Handel, Dienstleister und Verbraucher bedeutet das vor allem eines: Flexibilität. Wer verschiedene Zahlungsarten anbietet und nutzt, ist für die Zukunft des Bezahlens gut aufgestellt.

 

Quellen: deutschlandfunk, Deutsche Bundesbank, Chip, WDR

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