

Gleichzeitig berichten viele Lehrkräfte von veralteten Materialien, zu wenig Unterrichtszeit und fehlender fachdidaktischer Unterstützung. Genau hier setzen Forderungen an: Finanzbildung braucht klare Rahmenbedingungen, zeitgemäße Inhalte und praxistaugliche Materialien.
In einem Gedankenexperiment zeigt der WDR, wie ein Stundenplan aussehen könnte, der Schülerinnen und Schüler besser auf den Alltag vorbereitet. Neben Fächern wie Glück, Medienkunde oder Kochen wird dort auch ein eigenes Unterrichtsfach „Finanzen“ vorgeschlagen. Die Idee dahinter:
Solche Vorschläge zeigen, dass Finanzbildung zunehmend als Alltagskompetenz verstanden wird – ähnlich wichtig wie digitale oder soziale Kompetenzen.
Auch auf der didacta 2026, der großen Bildungsmesse in Köln, spielt Finanzbildung eine immer größere Rolle. Die Deutsche Bundesbank präsentiert dort Unterrichtsmaterialien zu Geld, Währung und Geldpolitik und betont, dass ökonomische Bildung Teil einer soliden Allgemeinbildung ist. Weitere Akteure diskutieren, wie Finanzwissen mit Themen wie Demokratieerziehung und Verbraucherbildung verknüpft werden kann.
Damit wird deutlich: Finanzbildung ist kein „Nice-to-have“-Extra, sondern ein Baustein dafür, dass junge Menschen selbstbestimmte und informierte Entscheidungen treffen können.
Ob als eigenes Fach oder integriert in bestehende Fächer – entscheidend ist, was vermittelt wird. Aus Sicht von Lehrkräften und Bildungsexperten gehören dazu vor allem:
Wichtig ist: Finanzbildung sollte geschlechtergerecht und inklusiv gestaltet sein, denn Studien deuten darauf hin, dass sich Männer bei Finanzfragen oft sicherer fühlen als Frauen. Gute Materialien und niedrigschwellige Zugänge können helfen, diese Lücke zu verringern.
Finanzbildung ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe: Schulen, Politik, Wissenschaft und Praxis müssen zusammenarbeiten. Der Bankenverband fordert dafür verbindlichere Lehrpläne, mehr Unterrichtszeit und bessere Materialien, die Lehrkräfte unkompliziert einsetzen können.
Banken können dazu beitragen, indem sie:
So entsteht Schritt für Schritt ein Umfeld, in dem Kinder und Jugendliche lernen, verantwortungsvoll mit Geld umzugehen – lange bevor die erste große finanzielle Entscheidung ansteht.