- Alter: 39 Jahre - verheiratet, 2 Kinder
- Beruf: Projectmanagerin bei der Stadtverwaltung
- Spart: mind. 250 € monatlich für Arbeiten am Haus + extra für
- Sparziel: Puffer für Kosten am Eigenheim, Führerschein und Studium der Kinder
- Ziel erreicht in: in Etappen - in 7 Jahren der erste Führerschein + Studium
- Bereits gespart: etwa 20.000 € für die Kinder und 6.500 € als Puffer für das Haus.
Wenn du dich in einem Satz beschreiben müsstest: Wie gehst du mit Geld um?
Finanzen stehen für mich nicht im Mittelpunkt. Mir ist vor allem wichtig, dass ich mir keine Sorgen machen muss. Ich möchte das Leben führen, das zu mir passt, ohne über meine Verhältnisse zu leben. Am liebsten gebe ich Geld für Reisen und gutes Essen aus. Kleidung kaufe ich dagegen gern gebraucht - ich brauche nicht ständig etwas Neues.
Trotzdem hast du klare Sparziele. Erzähl uns mehr darüber.
Das stimmt. Ich bin grundsätzlich kein Mensch, der für alles einzelne Spartöpfe anlegt. Zwei Dinge sind mir aber besonders wichtig. Zum einen besitzen wir ein Eigenheim. Deshalb legen wir jeden Monat 250 Euro zurück, um eine Reserve für Reparaturen oder größere Anschaffungen im Haus aufzubauen. So wächst nach und nach ein Puffer, auf den wir bei Bedarf zurückgreifen können.
Mein zweites - und eigentlich wichtigstes - Sparziel sind unsere beiden Kinder, die acht und zehn Jahre alt sind. Ich selbst hatte das Privileg, studieren zu können, ohne mich zu verschulden. Meine Eltern haben mich damals finanziell unterstützt und Miete sowie Lebensmittel übernommen. Alles darüber hinaus, wie Reisen, Kleidung oder Ausgehen, habe ich selbst bezahlt.
Mein Mann hatte diese Möglichkeit nicht. Er musste für sein Studium Kredite aufnehmen und startete mit Schulden ins Berufsleben. Genau das möchten wir für unsere Kinder vermeiden. Deshalb sparen wir regelmäßig für ihre Zukunft. Unser Ziel ist es, sie während des Studiums finanziell unterstützen zu können. Außerdem legen wir Geld für den Führerschein zurück, mit einer kleinen Bedingung: Sie dürfen nicht mit dem Rauchen anfangen.
→ Lesetipp: Was kostet ein Kind im Jahr 2026? Ein kompletter Überblick von der Geburt bis zum 18. Lebensjahr.
Wie weit bist du bei der Erreichung deiner Ziele bereits gekommen?
Für unser Haus haben wir inzwischen etwa 6.500 Euro zurückgelegt. Für die Kinder konnten wir bereits rund 20.000 Euro ansparen. Bis zu einem möglichen Studienbeginn sind es noch etwa acht Jahre — wir sind also auf einem guten Weg.
Du hast erwähnt, dass du gerne reist. Was war eines deiner schönsten Reiseerlebnisse?
Im vergangenen Sommer sind wir als Familie durch Asien gereist, unter anderem nach Malaysia. Es war eine wunderbare Erfahrung, diese Eindrücke gemeinsam mit unseren Kindern zu erleben.
Sparst du gezielt für solche Reisen oder finanzierst du sie aus deinen laufenden Mitteln?
Solche Reisen bezahle ich meist direkt aus meinem verfügbaren Guthaben. Für jede einzelne Ausgabe einen eigenen Spartopf anzulegen, passt nicht zu mir. Ich mag es lieber einfach: ein Konto für die Kinder, ein Konto für das Haus und regelmäßige automatische Überweisungen dorthin. Alles andere läuft über mein eigenes Konto. Wenn dann eine größere Ausgabe ansteht, etwa eine Reise nach Asien, bezahle ich sie daraus und baue mein Guthaben anschließend wieder auf.
War die Reise finanziell gesehen günstiger oder teurer als erwartet?
Wir hatten für etwa anderthalb Wochen ein Reisebüro in Malaysia beauftragt, weil wir beide beruflich stark eingebunden waren und uns etwas organisatorischen Aufwand sparen wollten.
Rückblickend war das jedoch unnötig teuer. Viele Leistungen, etwa Hotels, Transfers oder Ausflüge, hätten wir problemlos selbst organisieren können, und zwar deutlich günstiger. Asien lässt sich sehr gut individuell bereisen, vieles kann man auch spontan vor Ort buchen. Das war für mich eine wichtige Erkenntnis: Beim nächsten Mal plane ich die Reise wieder selbst.
Wofür gibst du im Alltag gerne Geld aus — und worauf achtest du bewusst?
Für einen Cafébesuch oder einen guten Kaffee gebe ich gerne Geld aus, ohne lange darüber nachzudenken.
Bewusst spare ich dagegen bei meinen Mittagspausen im Büro. Ich bringe fast immer mein eigenes Essen mit. Früher habe ich öfter Kaffee am Bahnhof oder ein belegtes Brötchen gekauft. Solche kleinen Beträge summieren sich auf Dauer erstaunlich schnell. Und ehrlich gesagt schmeckt ein selbst gemachtes Mittagessen oft genauso gut.
Gibst du die Werte, die du von deinen Eltern gelernt hast, auch an deine Kinder weiter?
Ja, das versuche ich. Meine Eltern sind selbst nicht mit viel Geld aufgewachsen. Als sie später ein Haus gebaut haben, floss ein großer Teil ihres Einkommens in die Hypothek, weil die Zinsen damals sehr hoch waren. Bis heute gehen sie bewusst und verantwortungsvoll mit Geld um.
Meinen Kindern geht es heute sehr gut, und das weiß ich zu schätzen. Sie bekommen Taschengeld — auch wenn wir es ehrlich gesagt manchmal vergessen auszuzahlen. Und sie erinnern uns nur selten daran.
Wenn sie älter sind, möchte ich sie ermutigen, einen Nebenjob anzunehmen. Genau wie meine Eltern es bei mir getan haben: Wir schaffen die Grundlage, aber für zusätzliche Wünsche und Luxus sollte man selbst Verantwortung übernehmen. Das schafft Wertschätzung und Motivation.
→ Lesetipp: Möchtest du deinen (Enkel-)Kindern den Umgang mit Geld beibringen? Lies dann unseren Blog: Kluger Umgang mit Taschengeld
Zum Abschluss: Was ist dein wichtigster Spartipp?
Wenn du Kinder hast, unterstütze sie dabei, ohne finanzielle Belastungen oder Schulden ins Erwachsenenleben zu starten. Gleichzeitig ist es wichtig, sie zu motivieren, selbst Geld zu verdienen und Verantwortung zu übernehmen. Für mich liegt genau darin die richtige Balance.
Und mein Mann würde vermutlich noch sagen: Wenn wir jung sind, möchten wir die Welt entdecken, haben aber oft nicht das nötige Geld. Später haben wir das Geld, aber manchmal nicht mehr die Energie oder den Wunsch dazu. Deshalb sollte man auch die Gegenwart genießen und die Möglichkeiten nutzen, solange sie da sind.