Sie benutzen den Browser Internet Explorer. Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt. Bitte benutzen Sie einen anderen Browser um unsere Website uneingeschränkt nutzen zu können.  Mehr Informationen dazu finden Sie hier: Sicheres Online-Banking.
Tipps

Arbeiten während der Rente: Was ist eigentlich erlaubt?

08-01-2026

Immer mehr Menschen arbeiten nach dem Renteneintritt weiter – sei es für zusätzliches Einkommen, soziale Kontakte oder einfach, um aktiv zu bleiben.

Doch die Regeln sind nicht immer klar. Wie sieht es zum Beispiel mit Steuern und Versicherungen aus? In diesem Artikel erklären wir die wichtigsten Punkte für das Arbeiten im Rentenalter.

Weiterarbeiten nach Erreichen der Regelaltersgrenze: Wie funktioniert das?

Sobald Sie die gesetzliche Regelaltersgrenze erreichen (bis maximal 67 Jahre, je nach Geburtsjahr), können Sie Ihre Altersrente beziehen und gleichzeitig arbeiten. Das ist in Deutschland ausdrücklich erlaubt.

An den grundlegenden Rechten ändert sich dabei wenig: Sie haben weiterhin Anspruch auf ein faires Gehalt, auf Urlaub und auf eine sichere Arbeitsumgebung. Viele Arbeitgeber vereinbaren mit Beschäftigten im Ruhestand neue, oft flexiblere Vertragsformen. Das bedeutet aber nicht, dass Sie weniger geschützt sind. Der allgemeine Kündigungsschutz bleibt bestehen, auch der Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall gilt weiterhin.

Wie viel dürfen Sie neben Ihrer Rente hinzuverdienen?

Seit dem Jahr 2023 gelten für Altersrentnerinnen und Altersrentner keine Hinzuverdienstgrenzen mehr. Das bedeutet, dass Ihre Altersrente vollständig erhalten bleibt – egal, ob Sie gelegentlich, in Teilzeit oder sogar in Vollzeit weiterarbeiten.

Eine wichtige Ausnahme betrifft allerdings die Erwerbsminderungsrente. Diese Rente erhalten Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen nur eingeschränkt oder gar nicht mehr arbeiten können. Je nachdem, ob eine teilweise Erwerbsminderung (Arbeitsfähigkeit unter 6 Stunden täglich) oder eine volle Erwerbsminderung (Arbeitsfähigkeit unter 3 Stunden täglich) vorliegt, gelten unterschiedliche Hinzuverdienstgrenzen.

Bei einer Altersrente hingegen besteht diese Einschränkung nicht: Sobald Sie die Regelaltersgrenze erreicht haben, können Sie grundsätzlich so viel hinzuverdienen, wie Sie möchten.

Was bedeutet das Weiterarbeiten für Steuern, Zuschläge und Versicherungen?

Ihre Rente und Ihr Arbeitsentgelt können steuerpflichtig sein. Wie hoch die Steuerlast am Ende ist, hängt von Ihrer gesamten Einkommenssituation ab.

Auch die Kranken- und Pflegeversicherung spielt eine Rolle. Rentnerinnen und Rentner, die weiterhin arbeiten, bleiben in der Kranken- und Pflegeversicherung der Rentner (KVdR) versichert. Arbeitsentgelt führt jedoch zu zusätzlichen beitragspflichtigen Einnahmen in der Kranken- und Pflegeversicherung, was Sie bei Ihrer Planung berücksichtigen sollten. Vorteilhaft ist wiederum, dass für Beschäftigte im Rentenalter keine Beiträge zur Arbeitslosenversicherung mehr anfallen.

Teilzeit oder flexibel: Viele Möglichkeiten im Ruhestand

Viele wählen Minijobs, projektbasierte Tätigkeiten oder selbstständige Arbeit.

Weiterarbeiten während der Rente bedeutet vor allem Freiheit: Sie entscheiden selbst, wie viel Sie arbeiten möchten und in welchem Rhythmus sich die Tätigkeit gut in Ihren Alltag integrieren lässt.

Die folgende Übersicht zeigt Ihnen auf einen Blick, welche Regeln sich ändern, wenn Sie die Regelaltersgrenze erreichen und welche gleichbleiben. Sie hilft Ihnen zu verstehen, wie sich die Rahmenbedingungen für Beschäftigte im Ruhestand unterscheiden.

Vor der Regelaltersgrenze Nach der Regelaltersgrenze (Altersrente)
Lohnfortzahlung im Krankheitsfall 6 Wochen 6 Wochen
Kündigungsschutz Voll gültig Voll gültig
Urlaub & Urlaubsgeld Voller Anspruch Voller Anspruch
Arbeitslosenversicherung Beiträge werden gezahlt Keine Beiträge mehr erforderlich
Rentenversicherungspflicht Pflichtbeiträge, Erwerb zusätzlicher Rentenpunkte Keine Pflichtbeiträge mehr, Rentenbezug läuft weiter
Steuerliche Behandlung Einkommen + ggf. Rente steuerpflichtig Rente + Einkommen steuerpflichtig (je nach Gesamteinnahmen)
Kranken- & Pflegeversicherung Beiträge aus dem Arbeitsentgelt Beiträge aus Rente + Arbeitsentgelt (KVdR)
 

Worauf sollten Sie achten, bevor Sie weiterarbeiten? Ihre Kurz-Checkliste

Bevor Sie sich dafür entscheiden, nach Rentenbeginn weiterzuarbeiten, ist es sinnvoll, einige Punkte in Ruhe durchzugehen. Diese kleine Checkliste hilft Ihnen, die wichtigsten Fragen vorab zu klären:

·         Einkommen realistisch einschätzen: Legen Sie Rente, Arbeitsentgelt und mögliche Zusatzversicherungen nebeneinander, um zu sehen, wie viel netto übrigbleibt.

·         Kranken- und Pflegeversicherung prüfen: Erkundigen Sie sich, wie Ihr Hinzuverdienst sich auf Ihre Beiträge in der Kranken- und Pflegeversicherung der Rentner auswirkt.

·         Steuerliche Auswirkungen bedenken: Klären Sie, ob durch die Kombination von Einkommen und Rente eine Steuerzahlung entstehen kann.

·         Vertragsform mit dem Arbeitgeber abstimmen: Muss ein neuer Vertrag geschlossen werden? Eignet sich ein befristetes oder flexibles Modell?

·         Zusatzrenten berücksichtigen: Wenn Sie eine betriebliche oder private Zusatzrente beziehen: Klären Sie frühzeitig, welcher Auszahlungszeitpunkt für Sie sinnvoll ist.

·         Eigene Belastung im Blick behalten: Arbeit im Ruhestand sollte motivierend sein – nicht belastend. Ihr persönliches Wohlbefinden hat Priorität.

Arbeiten nach der Rente bietet Freiheit und Sicherheit

Arbeiten im Ruhestand ist freiwillig und schafft Freiheit. Wer die Regeln kennt, kann den Ruhestand flexibel gestalten – finanziell und persönlich.

Möchten Sie weitere Sparnachrichten, Tipps und Inspirationen erhalten?

Abonnieren Sie dann gleich unseren Newsletter!