Bargeld-Revival: Warum ausgerechnet die Deutschen so hartnäckig an Scheinen und Münzen festhalten

27-02-2026

Bargeld-Revival: Warum ausgerechnet die Deutschen so hartnäckig an Scheinen und Münzen festhalten

In deutschsprachigen Ländern hat Bargeld weiterhin einen besonderen Stellenwert: In Deutschland, Österreich und der Schweiz greifen Menschen deutlich häufiger zu Schein und Münze als in vielen anderen europäischen Staaten. Grundlage ist eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Beratungsgesellschaft BearingPoint, für die in mehreren Ländern jeweils rund 1.000 bis 2.000 Erwachsene befragt wurden.

Demnach nennen 73% der Befragten in Deutschland Bargeld als ihr meistgenutztes Zahlungsmittel, in Österreich sind es 71%. In der Schweiz sinkt der Anteil bereits auf 61% – dort ist der Abschied vom Bargeld also weiter fortgeschritten. Auch in Irland, Frankreich und den Niederlanden bleibt Bargeld zwar für viele der Standard, verliert aber an Boden gegenüber Karten und digitalen Bezahlmethoden.

Deutlich anders sieht es in Skandinavien aus: In Schweden geben nur noch 25% an, überwiegend bar zu bezahlen, in Dänemark 32% und in Finnland 42%. In Schweden kommt bereits mehr als ein Viertel der Befragten ganz ohne Bargeld aus, in Dänemark fast ein Fünftel – in Deutschland und Österreich liegt dieser Anteil dagegen im niedrigen einstelligen Prozentbereich.
Viele Menschen rechnen damit, dass Bargeld in den kommenden zehn Jahren weiter an Bedeutung verlieren wird. Gut ein Drittel der Befragten in den neun untersuchten Ländern hält einen nahezu vollständigen Abschied von Münzen und Scheinen für sicher oder sehr wahrscheinlich, besonders häufig in Dänemark. Zugleich zeigt die Umfrage, dass der geplante digitale Euro noch wenig bekannt ist: Rund ein Drittel der Befragten in den Euroländern hat nach eigener Aussage noch nie davon gehört.

Politisch rückt Bargeld ebenfalls stärker in den Fokus. Die Bundesregierung plant, es im Kampf gegen organisierte Kriminalität genauer zu kontrollieren und erleichtert unter anderem die Beschlagnahme hoher Bargeldbeträge, wenn deren legale Herkunft nicht belegt werden kann. So wird Bargeld in Deutschland zugleich als alltägliches Zahlungsmittel geschätzt und als mögliches Einfallstor für illegale Geschäfte stärker reguliert.

Quelle: Spiegel.de, Tagesschau.de